Prüfungsablauf für Absturzsicherungen: Schritt für Schritt zu dauerhaftem Arbeitsschutz

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Sicherungssysteme gegen Absturz unterliegen einer regelmäßigen Prüf- und Dokumentationspflicht. Mindestens einmal im Jahr müssen Anschlageinrichtungen inspiziert und gewartet werden, um langfristig und unterbrechungsfrei Schutz vor Absturz gewährleisten zu können. Im Rahmen einer solchen Prüfung werden jegliche Komponenten von Absturzsicherungen wie Seile, Anschlagpunkte, Geländer und Dachhaken von einem Sachkundigen unter die Lupe genommen und auf Funktionsfähigkeit getestet. Mittels verschiedener Belastungsproben gilt es, erkennbare (Korrosion, Verformung) und verborgene (Porosität) Schwachstellen an den Absturzsicherungen ausfindig zu machen. Die meisten Schäden sind Folge der Witterung, der die Absturzsicherungen kontinuierlich ausgesetzt sind. Insbesondere Feuchtigkeit setzt dem Metall zu. Doch auch Beanspruchung zieht die Anschlageinrichtungen in Mitleidenschaft.


Bei der Inspektion gehen sachkundige Prüfer keineswegs willkürlich vor: Die Prüfung von Absturzsicherungen folgt, wenn sie fachgemäß durchgeführt wird, einem von der DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) festgesetzten Ablauf. amh legt großen Wert auf Transparenz. Daher möchten wir Ihnen in diesem Beitrag die Vorgehensweise bei der Inspektion von Anschlageinrichtungen Schritt für Schritt erläutern. Warum eine regelmäßige Wartung der Absturzsicherung so wichtig ist, erfahren Sie hingegen hier.

Funktionsprüfung: Sekurant während einer Belastungsprobe
Funktionsprüfung: Sekurant während einer Belastungsprobe

Montagedokument ist für den Prüfungsablauf von Absturzsicherungen entscheidend

Wie viel Zeit die Prüfung von Absturzsicherungen in Anspruch nimmt, hängt von vielen Faktoren ab. Die wohl wichtigste Voraussetzung für einen reibungslosen, zügigen Prüfungsablauf ist jedoch das Vorhandensein des Montagedokuments. Dieses muss nach Richtlinien der DGUV bei der Montage von Anschlageinrichtungen von der zuständigen Firma erstellt und dem Eigentümer des Daches ausgehändigt werden. Einerseits gilt das Montagedokument als Nachweis dafür, dass die Montage sachgerecht erfolgt ist. Andererseits sind hier alle für die Prüfung relevanten Informationen zum Produkt und seiner Installation am Dach zusammengefasst. Dazu zählen Informationen unter anderem zu Hersteller und Typ der Anschlageinrichtung, Art des Befestigungsmittels sowie das Bohrbild inklusive Fotos. Wichtiger Bestandteil der Montagedokumentation ist außerdem ein Schemaplan, der den genauen Standort aller Sekuranten beinhaltet. Der Schemaplan ist für den Prüfer ein wichtiges Hilfsmittel zur Orientierung auf dem Dach. Mit ihm kann er alle verbauten Sekuranten – auch bei schlechter Sicht, bei Schnee oder Laub – in Windeseile ausfindig machen.

Absturzsicherung prüfen ohne vorliegende Montagedokumentation

Normalerweise muss dem Gebäudeinhaber oder -betreiber eine Kopie des Montagedokuments vorliegen. Für gewöhnlich wird es in der Nähe des Dachaufgangs aufbewahrt. Ist dies der Fall, können die vorgeschriebenen Sicht- und Funktionsprüfungen an den Absturzsicherungen ohne Probleme durchgeführt werden. Der Sachkundige prüft die Sekuranten unter anderem auf Korrosion, Verformungen, Risse und lose Bestandteile. Alle Absturzsicherungen, die die Prüfung erfolgreich bestanden haben, erhalten eine Kennzeichnung.

Wenn das Montagedokument jedoch fehlt, muss sich der sachkundige Prüfer andere verlässliche Anhaltspunkte für die Testverfahren suchen. In solch einer Situation ist laut DGUV auch eine Kontrolle nach Angaben des Herstellers der jeweiligen Anschlageinrichtung oder des Befestigungsmittels zulässig. Wenn jedoch weder der Hersteller der Sekuranten noch der Befestigungsmittel bekannt sind, kann eine sachgerechte Prüfung nicht durchgeführt werden. Stattdessen ist ein Austausch der Anschlageinrichtung erforderlich. Bei der Montage der neuen Sekuranten nimmt der Sachverständige dann die vorgeschriebene Kennzeichnung und Dokumentation vor, sodass diese Bedingung für die Wartung im nächsten Jahr erfüllt ist.

Sachkundigenprüfung: Wer darf Absturzsicherungen prüfen?

Dem sachkundigen Prüfer kommt bei der Prüfung von Absturzsicherungen eine wesentliche Rolle zu. Schließlich trägt er die Verantwortung dafür, dass alle Schäden erkannt und die richtigen Maßnahmen für ihre Beseitigung ergriffen werden. Damit der Prüfer dies leisten kann, muss er über eine Reihe von Kenntnissen, Fähigkeiten und Hilfsmittel im Bereich der Absturzsicherung verfügen. So sollte er unter anderem über die verschiedensten Absturzsicherungssysteme Bescheid wissen, als auch mit den Vorgaben und Befestigungsverfahren der Hersteller vertraut sein. Darüber hinaus sollte der Prüfer sich mit Dächern und ihrer der baulichen Substanz auskennen. Nur dann ist er in der Lage, die vorliegende Einbausituation und Beschaffenheit des Untergrundes einschätzen sowie die Planungsdaten mit der realen Bauwerkssituation abgleichen zu können. Spezifisches Dachdeckerwissen ist außerdem notwendig, wenn bei der Prüfung der Befestigung das Dach geöffnet und anschließend wieder abgedichtet werden muss. Sachkundige ohne Dachbau- bzw. Dachdeckerkenntnisse können dies nicht leisten.

Wird eine Prüfung unsachgemäß durchgeführt, kann sie sogar zu einer Beschädigung der Befestigungsmittel oder der Dachhaut führen – zum Beispiel, wenn die Anschlageinrichtung bei der Belastungsprobe überbeansprucht wird.

amh: Sachkundigenprüfung vom Profi

Um unsachgemäße Prüfungen zu vermeiden, sollten Sie Ihre Absturzsicherungen unbedingt durch fachlich qualifiziertes Personal prüfen lassen.

Sekurant

Wenn Sie die Prüfung Ihrer Absturzsicherungen durch die amh durchführen lassen, können Sie sicher sein, einen erfahrenen und fachkundigen Partner an Ihrer Seite zu haben. Unsere Mitarbeiter verfügen über umfangreiche Qualifikationen, die sie befähigen, Absturzsicherungen von allen Herstellern zu prüfen, auch wenn sie nicht durch uns montiert wurden. Als Dachdeckermeister- und Dachdeckerinnungsbetrieb können wir Ihnen zudem garantieren, dass das Dach für die Prüfung sachgerecht geöffnet sowie abgedichtet wird. Alle Informationen zu unseren Leistungen im Bereich Prüfung, Wartung und Instandsetzung von Absturzsicherungen erhalten Sie hier.

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