Rettungskonzept – Grundlage der Höhenrettung im Notfall

rettungskonzept-hoehenrettung
Bild: National Institute for Occupational Safety and Health (NIOSH)

Wir von amh geben alles dafür, dass Abstürze erst gar nicht passieren. Für den Fall der Fälle sollte ein Rettungskonzept vorliegen, mit dessen Hilfe abgestürzte Menschen schnell und sicher gerettet werden können.

 

 

 

 

 

 

Über die Notwendigkeit von Rettungskonzepten

Höhenarbeiter haben einen gefährlichen Job. Trotz aller Sicherheitsvorkehrungen ist die Gefahr des Absturzes immer allgegenwärtig. Zwar ist es dank der Persönlichen Schutzausrüstung gegen Absturz nahezu unmöglich frei zu fallen, aber auch das hilflose freie Hängen in der Schutzausrüstung kann gefährlich werden. Es droht das sogenannte Hängetrauma, ein medizinischer Notfall, der bereits nach wenigen Minuten eintreten kann. Es drohen ein lebensgefährlicher Schock und die Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Eine schnelle und gezielte Rettung aus der hängenden Lage ist die einzige Lösung. Wie ein Hängetrauma entsteht und welche Symptomatiken auftreten können, haben wir hier für Sie zusammengefasst. Das Rettungskonzept ist der individuelle Leitfaden, Menschen aus dieser Notlage zu befreien.

Die Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz

Die meisten Höhenarbeiter tragen während ihren Tätigkeiten in luftiger Höhe eine Persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz. Die PSAgA ist eine individuelle Schutzmaßnahme und hält, was ihr Name verspricht: Sie schützt vor einem Sturz im freien Fall. Die PSA gegen Absturz besteht aus einem Auffangsystem, dass sich aus einem Auffanggurt und einem Verbindungsmittel (ggfs. mit Falldämpfer) zusammensetzt. Das Verbindungsmittel stellt die sichere Verbindung zwischen dem Auffanggurt und einer Anschlageinrichtung auf dem Dach her. Aber auch unser amh Fassaden-Stepper® oder etwa Tragekörbe auf Kränen können als Befestigungspunkt dienen, wenn sie als solche zugelassen sind.

Beim Einsatz von Rettungsausrüstungen ist unbedingt auf das CE-Zeichen zu achten, das gut sichtbar und dauerhaft angebracht sein muss. Die PSAgA verfügt zusätzlich zu ihrer CE-Kennzeichnung über eine vierstellige Nummer, die der Kennnummer der notifizierten Stelle zugeordnet ist, welche die Schutzausrüstung kontrolliert. Persönliche Schutzausrüstungen gegen Absturz werden in verschiedenen Größen hergestellt und sind dazu individuell anpassbar. Verwendet werden dürfen nur Systeme, die genau passen. Sowohl der Gerettete als auch der Höhenretter sind auf eine sichere und gut passende Ausrüstung angewiesen. Praktische Richtlinien zum Einsatz gibt die DGUV in ihren Regeln „Retten aus Höhen und Tiefen mit persönlichen Absturzschutzausrüstungen“.

Warum gibt es keine grundlegenden Richtlinien?

Ein Rettungskonzept ist ein individueller Leitfaden für die Rettung von Personen. Das Konzept ist eng mit der Gefährdungsbeurteilung verknüpft. Denn nur wenn alle Gefährdungen ausgemacht sind, ist eine sichere Rettung möglich. Noch mehr als die Gefährdungsbeurteilung ist sie aber von individuellen Bedingungen abhängig: architektonische Beschaffenheit und Besonderheiten haben ebenso Einfluss auf das Konzept wie verwendete Arbeitsmittel. So unterscheidet sich die Rettung einer abgestürzten Person an einer Absturzsicherung von einer Rettung aus einer Fassadenbefahranlage. Wiederum andere Rettungsmaßnahmen gelten von Kränen oder etwa bei der Rettung aus der Tiefe.

Da für jedes Gebäude sowie für jede Situation (z. B. auf Baustellen) eine andere Gefährdungsbeurteilung und andere bauliche Gegebenheiten bestehen, ist ein individuelles Konzept unerlässlich. Im Falle eines Absturzes muss schnell und sicher gehandelt werden können. Ohne ein vorher genau abgestimmtes Konzept für die Höhenrettung ist das nicht möglich. Nachdem also alle Gefährdungen bestimmt sind, werden passende Rettungsmethoden und -ausrüstungen gewählt. Das Rettungskonzept muss der Unternehmer im Zuge der Dokumentation der Gefährdungsbeurteilung  festhalten und bei einer Betriebsprüfung rechtfertigen können.

Hier gilt ebenso der Grundsatz: Die Hilfe von Dritten, also Fachdienstleistern für bestimmte Teilgebiete, ist ausdrücklich erwünscht, wenn Gefahren nicht selbst eingeschätzt werden können. amh unterstützt Sie gern, sowohl bei der Gefährdungsbeurteilung, als auch bei einem Rettungskonzept – für mehr Sicherheit auf Ihrem Dach.

 

 

2 Kommentare

  • Denise

    Kann mir vielleicht jemand helfen! Was ist beim Verlust meiner Prüfdokumentation? Die Frage wird zwar durchaus oft gestellt aber im Detail nie konkret beantwortet! Vor allem hinsichtlich der Archivierung der Dokumentation gibt es immer wieder unterschiedliche Auffassungen! Thx! 

    • Stefan Brinkemper

      Bei der Archivierung der Prüfdokumentation sind zunächst die zwei Produktgattungen PSA gegen Absturz und Anschlageinrichtungen zu unterscheiden.
      Bei der PSAgA kann im Falle des Verlusts des Prüfbuchs recht schnell ein Ersatz erstellt werden, auf dem die jährlichen Prüfungen eingetragen werden können.

      Im Falle der Anschlageinrichtungen ist größerer Aufwand erforderlich. Die oft in der Dachdämmung versteckten Befestigungsmittel müssen freigelegt und geprüft
      werden. Nur so kann die sichere Weiterverwendung der Anschlageinrichtungen gewährleistet werden. Sofern die Dokumente noch vorliegen, sollten insbesondere die
      Montagedokumente sowie die letzten 5 Prüfungen (es besteht eine jährliche Prüfpflicht) verwahrt werden. Im Idealfall gibt es den lückenlosen Rückblick.

  • Kommentar schreiben

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.